Ich lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster und behaupte, wenn du Mama oder Papa bist, dann fragst du dich früher oder später garantiert: „Wie viel kann ein Kind am Tag malen? Und wie behalte ich die Kinderkunst im Griff? Wo finde ich praktische Ordnungsideen?“
Du kennst das sicherlich: regelmäßig flattert neue Kinderkunst ins Haus, und zwar schneller als du weißt „wohin damit?“ Ich meine, wir Eltern freuen uns (meistens) darüber, wie unsere Lieblinge ihre lebendige Fantasie in kunstvolle Werke verwandeln, aber wir müssen auch ehrlich zu uns selbst und unseren Kindern sein, nicht jedes kleine Kunstwerk ist ein Picasso.
Und vielleicht geht es dir so wie mir, ich möchte meine Wände nicht unbedingt komplett mit Kinderkunst tapezieren… Was es braucht, um die Kinderkunst im Griff zu behalten, sind praktische Ordnungsideen, um als Eltern nicht den Überblick zu verlieren und stapelweise Kinderkunstwerke zuhause zu verteilen – denn das sieht schnell unordentlich aus!
Kinderkunst im Griff
Um ein Ordnungssystem zu finden, das zu dir und deiner Familie passt, müssen wir zwei Aspekte betrachten: Das Ausstellen und das Aufbewahren.
Dabei ist ganz klar, die besten Werke werden natürlich gebührend präsentiert, also ausgestellt. Dafür möchte ich dir gleich ein paar Tipps geben, wie du das machen kannst. Aber es gibt natürlich auch Bilder, die du vielleicht nicht (mehr) ausstellen möchtest, dafür aber als Erinnerung aufbewahren willst. Daher ist es auch wichtig zu klären, wie du die Kunstwerke ordentlich aufbewahren kannst. Die Kombination beider Aspekte ist also wichtig für deine funktionierende Ordnung.
Ist das Kunst oder kann das weg?
Bevor es zu den praktischen Ordnungsideen geht, noch ein kleiner, aber wichtiger Einschub: welche Kinderkunstwerke werden aufgehoben?
Es ist nicht immer leicht zu erkennen, was wichtig für das Kind ist und was nicht. Es bedarf hier ein wenig Feingefühl, um nicht ausgerechnet das wichtigste Bild (natürlich versehentlich… hust) verschwinden zu lassen. Aber es gibt schon ein paar Kriterien, nach denen man sich hier richten kann.
Das hier sind meine persönlichen Kriterien beim Aussortieren, an denen du dich gerne orientieren darfst:
- Es gibt das Bild in hundertfacher Ausführung. Und auch wenn es toll ist, dass in meinem Fall meine Tochter so viel Spaß daran hatte jeden Tag ein Einhorn zu malen – sie sehen sich dann doch verdammt ähnlich. Daher gilt: Es werden nur die 3 schönsten aufgehoben!
- Kaputte Bilder, zerknittert, zerrissen, das Schmierpapier aus dem Kindergarten verwendet – in meinen Augen ein weiterer Grund das Bild nicht aufzubewahren (hier gerne auch noch einmal Rücksprache mit deinen Kindern halten, siehe weiter unten).
- Ausmalbilder sind ein toller Zeitvertreib und auch hier kann man schnell eine Entwicklung erkennen. Aber seien wir mal ehrlich, diese muss man nur für eine kleine Weile aufheben, aber definitiv nicht für immer.
- Es hat jemand anderes gemalt und es ist keine wichtige Erinnerung: Das Bild der besten Freundin, dass sie uns extra gemalt hat UND wir ganz toll finden: ein Keeper. Das Bild von Kindergartenfreunden, deren Name uns nicht mal mehr einfällt, kann dagegen weg.
- Kunstwerke bei denen offensichtlich mit Kleber, Glitzersteinen, Glitzer und sonstigen Materialen experimentiert wurden, kommen bei mir auch weg. Ich finde es toll, wenn sie sich kreativ ausleben, aber für mich geht es dabei um die Erfahrung und nicht darum, dass es immer direkt ein Kunstwerk sein muss. Sollte es natürlich außergewöhnlich wichtig sein, kommt es nicht weg, sondern wird ausgestellt. Zumindest für eine gewisse Zeit…
Wichtiger Hinweis: Gemeinsam aussortieren!
Die meisten Kinder, die ich kenne, haben wirklich ein sehr gutes Gefühl dafür, was sie noch benötigen und was weg kann. Daher empfehle ich von Zeit zu Zeit die Bilder gemeinsam auszusortieren. Das schafft viel Klarheit, was für dein Kind wirklich wichtig ist. Und ganz nebenbei üben sie auch direkt das Loslassen und Platz schaffen.
Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass sie bei dem gemeinsamen Durchgehen die Fortschritte ihrer Fähigkeiten wahrnehmen können. Und sie sehen auch, dass das ausgemalte Bild, dass noch vor Wochen sooooo wichtig war, nun nicht mehr den gleichen Wert für sie besitzt und es okay ist, es loszulassen.
Praktische Ordnungsideen - Kinderkunst ausstellen
Feste Ausstellungsplätze auswählen
Damit es zuhause optisch ordentlich bleibt, empfehle ich dir, nicht an jeder Wand Kinderkunst aufzuhängen, sondern feste Stellen dafür auszuwählen. Hintergrund: gibt es in jeder Ecke etwas zu sehen, weiß das Auge nicht wohin es zuerst schauen soll. Im Gegensatz dazu kann sich das Auge beim Anblick einer leeren Wand entspannen. Übrigens kannst du natürlich auch Regale, kleine Tische oder Fensterbänke zum Ausstellen nutzen. Hauptsache du bestimmst einen festen Platz für die Kinderkunstwerke.
Rotiere regelmäßig die ausgestellten Kunstwerke, um Abwechslung zu schaffen und gleichzeitig Platz zu sparen. Wenn du magst, lass dabei gerne dein Kind entscheiden, welche Werke es präsentieren möchte und welche ins Archiv wandern dürfen.
Kinderkunst in Bilderrahmen
Verwende Bilderrahmen oder auch Wechselbilderrahmen (z.B. diesen hier* oder auch in bunt*) , um die Kinderkunstwerke ordentlich an einer Wand präsentieren zu können. Auch möglich: nutze eine magnetische Posterschiene*.
Kinderkunst mit Tape aufhängen
Anstatt Rahmen zu verwenden, kannst du die Bilder auch einfach mit gut klebendem Washi Tapes aufhängen! Der Vorteil ist, dass die Kunstwerke schnell und einfach ausgetauscht werden können und ihr euch bei den „Rahmen“ farblich austoben könnt.
Kunstwerke an die Leine hängen
Die Kinderkunstwerke sind nicht immer nur aus Papier, sondern manchmal werden auch Werke in 3-D-Optik erstellt. Diese passen dann nicht unbedingt in Bilderrahmen, sind aber auch zu schade, nur in einer Kiste zu verschwinden. Doch es gibt eine gute Lösung: Nutze dafür Leinen oder auch Gardinenseile und hänge die Kunstwerke deiner Kinder mit Klammern daran auf.
Noch mehr Ideen die Kunstwerke auszustellen
Beim Aufhängen der Kinderkunstwerke sind deiner Fantasie eigentlich keine Grenzen gesetzt! Ein paar weitere Möglichkeiten wären zum Beispiel: Pinnwand (Korktafel), Klemmbrett oder Klippleisten.
Falls du noch mehr optische Inspiration und praktische Ordnungsideen für die Ausstellung benötigst, habe ich dir ein Pinterest Board erstellt. Schau dich gerne um:
Praktische Ordnungsideen - Kinderkunst aufbewahren
Klassische Aufbewahrung in Ordnern oder Künstlermappen
Ganz einfach und ordentlich kann man die Kinderkunstwerke in einer großen Sammelmappe aufbewahren. In den meisten Fällen muss man so eine Mappe sowieso für Kindergarten und später Schule besorgen.
Nicht vergessen: Das Bild mit Namen und Datum versehen!
Sollte die Mappe sehr dick werden, ist es Zeit die Bilder durchzuschauen und mit dem Kind gemeinsam zu entscheiden, welche Werke aufbewahrt werden sollen. Das schafft nicht nur Ordnung, sondern fördert auch die Eigenverantwortung der kleinen Künstler.
Falls du gerne selbst kreativ wirst, kannst du eine einfache Papp-Mappe selbst gestalten: Minimalistische Künstlermappe*
Digitale Dokumentation
Nicht nur der Papierkram kann eingescannt werden, sondern auch die Kunstwerke deiner Kinder! Dafür werden die Bilder eingescannt oder einfach abfotografiert und anschließend in einer digitalen Galerie auf dem Computer oder in der Cloud gespeichert. Der Vorteil liegt auf der Hand: die Werke und damit die Erinnerungen werden ordentlich aufbewahrt, ohne dabei physischen Platz zu beanspruchen.
Idee: Übertrage die Bilder auf einen digitalen Rahmen.
Kinderkunst in einer Kiste
Bisher haben wir die vielen Kinderkunstwerke in einer Kiste aufbewahrt. Jedes Kind hat hier natürlich seinen eigenen Karton, damit nichts durcheinandergerät.
Und das Aufbewahren im Karton ist genauso wie ich Ordnung mag, einfach und praktisch: Deckel auf, Kunstwerk rein und alles sieht ordentlich aus. Und in regelmäßigen Abständen kann man die Kinderkunstwerke durchgehen und aussortieren, was nicht mehr gebraucht wird.
Nutze zum Beispiel so eine Box*.
Der einzige Nachteil ist, dass beim Sortieren gerne mal alle Bilder durcheinander geraten und es nach einer Weile keine chronologische Ordnung mehr gibt. Aus diesem Grund haben wir unseren Karton nun gegen ein Hängeregister ausgetauscht!
Bringe Ordnung in die Kinderkunst, indem du dir angewöhnst alle Kinderkunstwerke direkt mit Namen, Titel und Datum zu beschriften! So weißt du immer, wer das Bild gemalt hat (glaube mir, es gibt Momente, da bist du verunsichert, welches deiner Kinder der KünstlerIn war) und kannst es auch einfach chronologisch ordnen.
Hängeregister
Bei Hängeregister habe ich früher immer an diese riesigen Schubladen bei Anwälten oder Steuerberater gedacht (eventuell habe ich mal ein Praktikum beim Anwalt absolviert und habe da traumatische Erfahrungen mit Akten gemacht – hihi). Ich freue mich ja immer, wenn es dann solche Gegenstände auch in schön gibt! Wir verwenden also diese Hängeregister*, da sie schön aussehen, stabil sind und wenig Platz benötigen. Natürlich bekommt jedes Kind seine eigene Box.
Und dann bekommt unsere Beschriftungsmaschine (ich besitze einen Brother Touch Cube*) ihren großen Auftritt – love it! Ausgedruckt werden Name und Jahreszahlen.
Da bei uns die Bilder im Karton tatsächlich ganz schön durcheinandergekommen sind und wir leider unseren Kinderkunstwerk-Beschriftungstrick nicht immer angewendet haben (lerne aus meinen Fehlern und mach es besser 🫣)…
Daher fällt die erste Mappe etwas dicker aus, da hier alle Bilder von Kiga bis 2021 ihren Platz finden.
Danach werden die Mappen nach Jahren beschriftet, damit die Bilder ganz klar zugeordnet werden können. So können dann meine Mädels selbstständig Ordnung in ihre Kinderkunst bringen.
Tipp: Übrigens kannst du so eine Hängeregisterbox nicht nur für Kunstwerke, sondern natürlich auch für andere Highlights aus dem entsprechenden Jahr verwenden, z.B. Erinnerungen, Karten, Fotos, Zeitungsartikel über die Schulklasse oder andere Höhepunkte. Oder ganz anders für z.B. Kundenunterlagen, Businessideen, Rezepte, Inspiration… – Du siehst, ich mag die Möglichkeiten ein Hängeregister zu verwenden^^.
Kinderkunst Upcycling-Idee
Verwandel die künstlerischen Kreationen deiner Kinder in neue Projekte, indem du sie als Geschenkpapier oder auch als personalisierte Grußkarten verwendest. So erhalten die Werke einen neuen Zweck und bleiben trotzdem in Erinnerung.
Besonders gut eignen sich nach meiner Erfahrung Wasserfarben-Experimente als Geschenkpapier 🙂
Reminder: Spaß ist wichtig!
Nicht alles muss ausgestellt werden! Auch Kinder dürfen einfach nur Spaß beim Malen haben, ohne dass alles super toll sein muss, um aufgehangen zu werden. Ich gebe meinen Kindern bewusst mit, dass Basteln einfach nur Spaß machen kann ohne direkt einen Output zu erzeugen! Es sollte manchmal nur um den Prozess, um das Erleben gehen als um das Ergebnis.
Denn klar macht es einfach unfassbar viel Spaß Kleber, Glitzer, Pfeifenputzer und noch mehr Kleber miteinander zu vermengen! Zur Krönung noch ein paar Glitzersteine… fertig ist – nun ja etwas, das so aussieht wie ich mir Einhorn-Kacka vorstellen würde alias eben wie etwas das Spaß gemacht hat, aber eben nicht ausgestellt werden muss. Und das ist okay! Ein paar Tage anschauen, sich daran erinnern wie viel Spaß es gemacht hat – und weg damit.
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