Wohin mit den aussortierten Sachen?

Du bist deinen Besitz durchgegangen, hast behalten, was dich glücklich macht und deinen Alltag erleichtert und hast aussortiert, was nicht mehr zu dir passt, du nicht magst oder dich nicht glücklich macht. Du fühlst dich schon erleichtert, aber jetzt kommt noch der wichtigste Schritt: Die Dinge müssen raus! Raus aus deinem Zuhause, um die neue Leichtigkeit spüren zu können.

Hier findest du alle MÖglichkeiten, was du mit aussortierter Kleidung, Büchern, Spielzueg, Möbeln und mehr machen kannst – von Verschenken über Spenden bis Verkaufen.

Inhaltsverzeichnis

1 Warum aussortierte Sachen schnell raus müssen

Du hast den schwierigsten Teil schon geschafft: Du hast entschieden, was bleiben darf und was gehen soll. Jetzt lauert eine häufige Falle: die Dinge bleiben in Taschen und Kartons im Flur, im Keller oder in der Garage stehen. Da können schon einmal Wochen oder sogar Monate vergehen…

Damit verlierst du den wichtigsten Effekt des Ausmistens: das befreiende, leichte Gefühl danach.

Denn so lange die aussortierten Sachen noch im Haus sind, nehmen sie weiterhin Raum ein! Nicht nur physich, sondern auch mental. Sie bleiben ein offenes To-do, das dir unbewusst Energie raubt. Im schlimmsten Fall, weißt du nach ein paar Wochen nicht mal mehr, was du da eigentlich alles an aussortierten Sachen in die Garage gestellt hast und musst von vorne anfagen – und das will wirklich niemand!

Mein Rat: Plane direkt beim Aussortieren, wohin die Dinge gehen sollen. Und setze dir eine Deadline-Regel, wie z.B. alle aussortierten Sachen müssen innerhalb von 48 Stunden aus dem Haus sein.

2 Die „zu verschenken“-Kiste

Eine sehr einfache und schnelle Methode, besonders für Kleinigkeiten geeignet:
Wie der Name schon sagt, stellst du hierbei eine Kiste mit Dingen, die du verschenken möchtest, vor die Tür oder an den Gewegrand vor deinem Grundstück.

Beachte:

  • Beschrifte die Kiste deutlich mit „Zu verschenken“
  • Niemand darf durch die Kiste auf dem Gehweg behindert werden
  • Stelle sie nur an Tagen auf, an denen du zuhause bist
  • Schaue regelmäßig nach dem Zustand der Kiste und räume sie bei schelchtem Wetter oder Regen ins Haus

Die Geschenke-Kiste funktioniert besonders gut an zugänglichen Stellen wie an belebten Straßen, in dichten Wohngebieten oder Mehrfamilienhäusern. Solltest du eher etwas abgeschieden wohnen, lohnt es sich zu fragen, ob es eine Sammelstelle zum Verschenken in der Nähe gibt oder du versuchst eine der weiteren Methoden.

Viele verschiedene Dinge zusammengefügt

3 Verschenken im Bekannten- und Freundeskreis

Bevor du aussortierte Sachen öffentlich anbietest, lohnt sich ein kurzer Blick ins eigene Netzwer. Oft findet sich schnell jemand, der genau das braucht, was du loswerden möchtest.

Ideen:

  • Mache Fotos der Gegenstände und poste sie in einer Familien- oder Freundes-Chatgruppe
  • Teile es in einer Nachbarschaftsgruppe (z.B. Nebenan.de oder einer örtlichen WhatsApp-Gruppe)
  • Frage in der Kita, Schule, Hort oder beim Sportverein nach – oft werden hier Sachspenden dankend angenommen (besonders gerne Bastelmaterial oder auch Klarsichfolien für Portfolieordner)

Wichtig:

  • Vereinbare direkt einen konkreten Übergabe- oder Abholtermin, damit die Sachen auch wirklich schnell aus deinem Zuhause verschwinden.
  • Überlege kurz, an wen du die Dinge weitergibst. Jemanden zu beschenken, der selbst zum Sammeln neigt oder aus einem schlechten Gewissen heraus nicht Nein sagen kann, ist keine gute Idee!

4 Spenden an Organisationen

Es gibt kaum etwas Befriedigenderes als zu wissen, dass deine aussortierten Sachen dort landen, wo sie wirklich gebraucht werden. Spenden fühlt sich nicht nach Verlust an – sondern nach einem guten Abschluss.

Es gibt viele Möglichkeiten und es lohnt sich immer ein kurzer Blick oder Anruf bei der jeweiligen Spendenstelle, was derzeit wirklich gebraucht und angenommen wird.

Allgemeine Spendenorganisationen

Eine sehr hilfreiche Anlaufstelle ist die Webseite wohindamit.org: Du gibst ein, was du spenden möchtest oder deine Postleitzahl, und die Seite zeigt dir passende Organisationen in deiner Nähe an.

Weitere Anlaufstellen

  • Caritas, Diakonie, Rotes Kreuz: Nehmen Kleidung, Haushaltswaren und mehr an
  • Sozialkaufhäuser / Sozialmärkte (z. B. Oxfam, Fairkauf, Humana): Nehmen Sachspenden an und verkaufen sie günstig weiter
  • Flüchtlings- und Obdachlosenunterkünfte: Oft dringend auf gut erhaltene Alltagsgegenstände angewiesen – am besten vorher anrufen

Direkt Einrichtungen in der Nähe fragen

Kindergärten, Schulen, Kinderheime, Jugendtreffs und soziale Einrichtungen nehmen oft gerne Sachspenden an – besonders:

  • Spielzeug und Gesellschaftsspiele
  • Bücher und Bastelmaterial
  • Sportausrüstung

Einfach kurz anrufen oder eine E-Mail schreiben. Die meisten Einrichtungen freuen sich sehr über konkrete Anfragen.

4 Verkaufen auf Plattformen

Manche Gegenstände haben noch echten Wert – und dann lohnt sich der Aufwand zu verkaufen. Hier ein Überblick über die gängigsten Plattformen:

Plattform Geeignet für Besonderheit
Kleinanzeigen
Fast alles
Kostenlos, lokal, flexibel
Vinted
Kleidung, Schuhe, Accessoires
Einfach, gut für Modeartikel
Momox
Bücher, CDs, DVDs, Spiele
Ankauf per App, Versand unkompliziert
Rebuy
Elektronik, Bücher, Spiele
Direktankauf, schnelle Abwicklung
Sellpy
Kleidung und mehr
Vollservice: nur Einschicken z.B der Kleidung, Fotografieren und Verkauf wird übernommen
Bookbot
Bücher
Scanner-App

Mein Tipp fürs Verkaufen: Setze dir eine klare Frist – z. B. vier Wochen. Ist der Gegenstand bis dahin nicht verkauft, verschenke ihn lieber, als ihn weiter aufzubewahren. Das Geld ist in dem Moment ausgegeben worden, als du den Gegenstand gekauft hast. Es jetzt festzuhalten kostet dich Energie und Platz.

Bedenke beim Verkaufen auch, dass der Käufer nicht unbedingt den gleichen Wert in den Dingen sieht wie du und das es manchmal auch anstrengend werden kann zu verkaufen, denn nicht alle Anfragen sind freundlich oder von Erfolg gekrönt. Recherchiere daher kurz auf den Plattformen, was dein zu verkaufender Gegenstand noch in etwa wert ist. Wiege dann Aufwand und möglichen Gewinn gegeneinander ab, bevor du startest.

Mein Tipp ist dabei immer: Setze dir eine strenge Frist bis wann die Gegenstände verkauft sein sollen. Wenn diese Frist abgelaufen ist, dann verschenke lieber anstatt die aussortierten Dinge noch länger aufzubewahren.

Vielleicht hilft dir dieser Gedanke beim Loslassen: Das Geld ist bereits in dem Moment weg gewesen, als du gekauft hast. Jetzt geht es nur noch darum, dass der Gegenstand aus dem Haus kommt und dich nicht mehr blockiert.

5 Wohin mit aussortierten Sachen - nach Kategorie

Aussortierte Kleidung

  • Sehr gut erhalten: Vinted, Sozialkaufhaus, Spendenstellen
  • Getragen und sauber: Altkleidercontainer
  • Nicht mehr tragbar und sauber: Altkleidercontainer (wird zu Putzlappen, Dämmmaterial etc. recycelt)
  • Nicht mehr tragbar und stark verschmutzt: Restmülltonne
  • Besondere Erinnerungsstücke: Aus Kinderkleidung, alten T-Shirts oder anderen Erinnerungsstücken können individuelle Kissen, Decken oder Kunstwerke entstehen – z. B. bei seezebra-shop.de

Hinweis: Altkleidercontainer sind keine Mülltonnen! Nur saubere, trockene und verpackte Kleidung, Schuhe paarweise gebunden einwerfen.

Aussortierte Bücher

Bücher haben eine besondere Anziehungskraft – und sind deshalb oft besonders schwer loszulassen. Aber auch hier gilt: Bücher, die du nicht liest, nehmen dir am Ende nur sehr viel Raum.

Sind deine Bücher noch in einem sehr guten Zustand, hast du folgende Möglichkeiten:

  • Bücherschränke: Öffentliche Bücherschränke in deiner Stadt (findest du z.B. auf openbookcase.org oder auch Google Maps)
  • Büchertausch: In vielen Cafés, Buchhandlungen und Bibliotheken gibt es Tauschangebote
  • Momox/ Bookbot: Unkomplizierter Ankauf (per App) und Versand
  • Antiquariate: Für besondere oder ältere Ausgaben
  • Schulen und Bibliotheken: Fragen lohnt sich!

Siehe hierzu auch gerne meinen ausführlichen Beitrag: Wohin mit aussortierten Büchern?

Kennst du das?Du stehst vor deinem Bücherregal, ziehst einen Roman heraus – und stellst fest, dass du ihn nie wieder lesen wirst,

Aussortiertes Spielzeug

  • Verkaufen: Kleinanzeigen, Vinted, Kinderkleiderbasare, Flohmärkte

  • An Familien verschenken: Nachbarschaftsgruppen, Facebook-Gruppen, WhatsApp-Gruppen in der Nachbarschaft

  • Spenden: Kinderheime, Kindergärten, Kinderhospize, soziale Einrichtungen und Sozialkaufhäuser

  • Babyartikel: Auf Kleinanzeigen sehr gefragt (besonders hochwertige Spielsachen), oder an z.B. Familienzentren spenden

Hinweis: Bitte versuche immer nur wirklich sehr gut erhaltene Kindersachen zu verschenken/spenden – gehe dabei einfach immer von dir aus und frage dich: „Würde ich das Spielzeug in diesem Zustand selbst haben wollen, wenn es von einer fremden Person stammt?“

Möbel und Hausrat

Aussortierte Möbel nehmen viel Platz ein, daher ist es wichtig sie schnell „loszuwerden“! 

    • Kleinanzeigen / Facebook Marketplace: Lokal, oft mit Selbstabholung

    • Sozialkaufhäuser: Selbst vorbeibringen oder anfragen, ob die Möbel sogar abgeholt werden

    • Caritas / Diakonie / Spendenannahmestellen/ Sozialkaufhäuser: Besonders gut geeignet für Einrichtungsgegenstände für Bedürftige

    • Sperrmüll: Letzte Option – erst prüfen ob Abholung durch die Stadt möglich oder zum nächsten Wertstoffhof fahren. Auch eine Abholung durch einen Entrümpler ist natürlich möglich!

Elektrogeräte

  • Funktionsfähig: Kleinanzeigen, Rebuy, lokale Elektromärkte (einige nehmen Geräte zurück), auch bei Amazon kann man einfach mal anfragen – oft wird hier aus Kulanz das Gerät ausgetauscht
  • Defekt: Wertstoffhof (keine Elektrogeräte in den Hausmüll, dort werden die wertvollen Bauteile nicht recycelt!)
  • Tipp: Viele Gemeinden bieten „Repair-Cafés“ an, wo defekte Geräte repariert und dann gespendet werden

Stoffe und Bastelmaterial

Wer kennt das nicht: Der Stoff oder das Material für „das eine Projekt“ liegt seit Jahren im Schrank. Die Idee und die Inspiration waren da, aber zur Umsetzung kam es einfach nie. Das ist völlig okay! Und jetzt darf der Stoff jemand anderen glücklich machen:

Sonderfall Haare spenden

Ja, du hast richtig gelesen! Du kannst sogar deine Haare spenden. Ich selbst habe meine Haare zwei Jahre lang wachsen lassen, weil ich ehrlich gesagt einfach keine Lust hatte zum Friseur zur gehen und der „Mom-Bun“ zu schnell gemacht ist. Aber dann kam der Moment und ständig blieb jemand an meinen Haaren hängen oder sie verfingen sich im Reisverschluss (autsch!). Schlechte Laune inklusive 🙂

Und dann erzählte mir eine Kundin davon, dass sie ihre Haare spenden möchte und zwar bei der Rapunzel Challenge, die jedes Jahr von Radio Gong 96.3 veranstaltet wird. Leider wurde ich dann nicht ausgewählt daran teilzunehmen. Die Haare kamen natürlich trotzdem ab.

Abgeschnittener geflochtener Haarzopf

Nicht umsonst, bekommt man bei einem Neuanfang Lust die Frisur zu verändern. Hach, diese Erleichterung danach – wie schnell man mit Haarewaschen und Föhnen fertig ist. Einfach ein wunderbar leichtes Gefühl im wahrsten Sinne des Wortes!

Und das schöne daran lange Haare abzuschneiden: du kannst sie spenden und damit Gutes tun, indem daraus Echthaarperücken für Personen hergestellt werden, die durch eine Krankheit an Haarausfall leiden.

Zum Beispiel kannst du deine Haare hier spenden: BVZ Rapunzel

Was tun, wenn nichts mehr geht: Richtig entsorgen

Nicht alles lässt sich spenden, verschenken oder verkaufen. Manche Dinge sind einfach am Ende ihrer Lebenszeit. Dann ist die richtige Entsorgung der beste Weg:

  • Wertstoffhof: Für Elektroschrott, Metalle, Sonderabfälle, Sperrmüll
  • Container und Tonnen: Die entsprechenden Materialien passend entsorgen, z.B. Altglascontainer, Papiertonne, Gelber Sack
  • Sperrmüll: Wertstoffhof oder eine Abholung durch einen kommunalen Dienstleister anfragen
  • Altkleidercontainer: Auch für nicht mehr tragbare Textilien geeignet, solange sie gewaschen, sauber und gut erhalten sind (sie werden recycelt)

Wichtig: Elektrogeräte gehören niemals in den Hausmüll! Informiere dich auch gerne immer vor Ort über die entsprechende Entsorgung deiner aussortierten Sachen.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie schnell sollte ich aussortierten Sachen loswerden?

So schnell wie möglich – idealerweise innerhalb von 48 Stunden nach dem Aussortieren. Je länger die Kartons im Flur stehen, desto mehr schleicht sich das Gefühl ein, alles nochmal zu überdenken. Beim Verkaufen würde ich maximal ein bis zwei Monate als Zeitraum wählen.

Was mache ich, wenn niemand meine Sachen haben möchte?

Dann entsorge sie richtig. Manche Dinge sind schlicht am Ende. Das ist in Ordnung. Du hast trotzdem das Richtige getan!

Ist es schlimm, Sachen wegzuwerfen statt zu spenden?

Nein – wenn etwas wirklich nicht mehr spendengeeignet ist (z. B. zerrissen, defekt, verschimmelt), wäre eine Spende sogar eine Last für die Einrichtung. Entsorge es und räume so deinen Kopf und dein Zuhause frei.

Kann ich Sachen auch einfach auf die Straße stellen?

Stichwort Geschenkekiste: In vielen Gemeinden ist das erlaubt, solange niemand durch die Gegenstände behindert wird und du selbst erreichbar bist. Im Zweifelsfall kurz bei deiner Gemeinde nachfragen.

Wohin mit aussortierten Sachen in München?

In München gibt es viele Möglichkeiten: Sozialkaufhäuser (z. B. Humana, Fairkauf), zahlreiche Caritas- und Diakonie-Stellen, öffentliche Bücherschränke, Altkleidercontainer und lokale Tauschgruppen auf Nebenan.de oder Facebook. Die Website wohindamit.org hilft dabei, schnell die passende Einrichtung zu finden.
Frau streckt den Kopf aus fahrendem Auto mit Blick auf die Berge

Mein Fazit: Freiheit kommt erst, wenn es wirklich weg ist

Die aussortierten Sachen sollen so schnell wie möglich dein Zuhause verlasse! Wieso? Damit du das befreiende Gefühl des Loslassens spüren kannst! Gegenstände, die du nicht brauchst und die das Haus verlassen, sind kein ToDo mehr, nehmen keinen Platz mehr physich und psychisch ein und können dich damit auch nicht mehr energetisch blockieren.

Wenn diese Dinge weg sind, fühlst du dich sehr wahrscheinlich viel energiegeladener als sonst – genieße es!

Freue dich darüber, dass jemand anderes deine aussortierten Sachen jetzt gerade wirklich gut gebrauchen kann.

Ja, du hast einmal Geld dafür ausgegeben und manchmal tut es weh, dass du dieses nicht mehr zurückbekommst, aber glaube mir:

Geld für die Dinge zu bekommen ist schön, aber am Ende ist das Gefühl der Freiheit noch viel schöner!

Zusammen schneller ans Ziel

Ordnungscoach Portrait

Du möchtest beim Aussortieren Unterstützung? Als zertifizierter Ordnungscoach helfe ich dir dabei – vor Ort in München und Umgebung oder online. Hier kannst du ein kostenloses Erstgespräch vereinbaren.

Bildnachweis der Reihe nach:
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